Urlaubscheck für’s Auto selbst durchführen

Aus der Serie „So kommst du sicher in den Urlaub“ 

Die mitunter wichtigste Vorbereitung vor der Fahrt in den Urlaub ist der Sicherheitscheck deines Fahrzeugs. Wir empfehlen diesen im Normalfall von einer professionellen Werkstatt durchführen zu lassen, da die fällige Gebühr gut investiertes Geld ist. Sollten die Werkstätten kurz vor dem Urlaub ausgebucht sein (was speziell in der Hochsaison im Sommer durchaus vorkommt), kann man sein Auto aber auch selbst durchchecken. Dies sollte man aber nur dann tun, wenn man ein Mindestmaß an technischem Geschick, Erfahrung im Umgang mit dem Auto hat oder notfalls kurzfristig einen Profi zu Rate ziehen kann. Wir erklären dir, was grundsätzlich zu tun ist und auf was du achten solltest:

1.      Reifen-Kontrolle

Reifenprofil:

In ganz Europa ist die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter als Sicherheitsmerkmal (zur Sommerzeit) gesetzlich vorgeschrieben, da das Reifenprofil einen erheblichen Einfluss auf die Fahrsicherheit hat z.B. bei Kurvenfahrten oder dem Bremsweg. Unabhängige Experten raten sogar dazu die vier Millimeter Profiltiefe nicht zu unterschreiten.

Das Profil der Reifen kann man mit Hilfe eines Profiltiefenmessers (gibt’s an jeder Tankstelle) oder einer Ein-Euro-Münze überprüfen. Dies geht so:

  • Finde die größte Vertiefung in der Mitte des Reifenprofils (die sogenannte Hauptprofilrille).
  • Schiebe den Profiltiefenmesser in die Rille, bis das Messinstrument auf der Rille aufsetzt.
  • Lese die Profiltiefe an der Skala ab.

Wenn du die Ein-Euro-Münze verwendest, achte darauf ob der goldene Rand komplett in der Rille verschwindet. Das bedeutet dann, dass das Reifenprofil mindestens 3 Millimeter tief ist. Ist der goldene Rand noch sichtbar, ist das Profil niedriger und die Räder sollten gewechselt werden.

Neben der Profiltiefe, sollte auch das Alter der Räder geprüft werden. Da der Reifengummi im Laufe der Zeit rissig wird, sollten Reifen nur bis zum vom Hersteller empfohlenen Alter gefahren werden. Das Herstelldatum der Reifen kann auf den Reifen abgelesen werden und die Herstellerempfehlung finden Sie auf der Website des Reifenherstellers. Unabhängige Experten empfehlen, dass Autoreifen alle sechs Jahre erneuert gehören.

Luftdruck:

Teste vor längeren Fahrten bzw. in regelmäßigen Zeitintervallen, ob deine Reifen den richtigen Luftdruck haben. Der empfohlene Luftdruck variiert von Auto zu Auto und kann auf der Innenseite des Tankdeckels oder der Fahrertür abgelesen werden. Falls er dort nicht auffindbar ist, steht der Wert in der Betriebsanleitung des Fahrzeugherstellers beschrieben. Anschließend kann der Luftdruck an der Tankstelle (kostenlos) geprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Neben dem sicheren Fahrverhalten, lohnt es sich sein Fahrzeug nur mit dem richtigen Luftdruck zu bewegen auch aus anderen Gründen. So führt ein geringer Luftdruck zu erhöhtem Spritverbrauch, während ein überhöhter Luftdruck zu verstärkter Abnutzung der Reifen führt. Beides sind Ergebnisse auf die man gerne verzichtet.

Bezogen auf die kommende Urlaubsreise gilt es zu beachten, dass sich durch das Urlaubsgepäck das Gewicht des Autos und damit der Druck auf die Reifen verändert. In der Betriebsanleitung kann man nachlesen, welcher Luftdruck bei vollbeladenem Auto empfohlen wird.

2.      Scheiben & Wischerblätter prüfen

Auch dieser Tipp gilt immer: alle Scheiben müssen stets so sauber sein, dass man ein uneingeschränktes Sichtfeld auf den Verkehr hat. Aus diesem Grund sollte besser auf großflächige Aufkleber und Sonnenschutz-Saughalter auf den Scheiben verzichtet werden.

Damit man auch während der Fahrt die Windschutz- und Heckscheibe effizient säubern kann, sollten die Wischblätter bei Niederschlag keine Schlieren auf der Scheibe ziehen. Ist das nicht der Fall, wird es Zeit die Blätter zu wechseln und dies kann man mit etwas Vorsicht auch selbständig erledigen. Dazu folgt man der Beschreibung auf der Verpackung der Ersatzblätter und führt diese ordnungsgemäß durch. Wem die schriftliche Anleitung zu trocken ist, findet meist auf Youtube oder in Webforen das passende Video zum gewählten Produkt. Abschließend führt man (unbedingt vor Fahrtantritt!) einen Funktionstest durch. Zu guter Letzt, sollte man auch überprüfen, ob ausreichend Wischwasser aufgefüllt ist.

3.      Scheinwerfer & Beleuchtung prüfen

Vor dem Urlaub sollte man Scheinwerfer, Rückleuchten, Blinker und die Kennzeichen-Beleuchtung auf Funktionalität und die korrekte Einstellung prüfen. Denn auch hier gilt:  durch erhöhtes Gewicht aufgrund der Beladung ändern sich womöglich die Anforderungen. Entsprechend sollte man auch hier wieder den Vorgaben in der Betriebsanleitung folgen und die Frontbeleuchtung dem Beladungsstand entsprechend anpassen. Nur so kann man die bestmögliche Ausleuchtung ohne Blenden des Gegenverkehrs gewährleisten.

Ob die gewünschte Funktionalität gegeben ist, sollte man zu Zweit überprüfen. Während eine Person die Schalter betätigt, kontrolliert die zweite Person von außen, ob alle Lichter funktionieren und hell genug leuchten, ohne zu blenden.

  • Motorraum prüfen

Nach der Überprüfung von Reifen, Scheibe und Licht geht es nun ans Eingemachte. Bei der Überprüfung des Motorraums (Stoßdämpfer, Ölstand, Kühlflüssigkeit und Schläuche) raten wir aufgrund der Komplexität zu besonderer Vorsicht.

Stoßdämpfer

Die Stoßdämpfer sind ein absolut sicherheitsrelevantes Autoteil, da sie dafür sorgen, dass dein Fahrzeug sicher auf der Straße liegt. Bei beschädigten Stoßdämpfern, kann das Auto aus dem Gleichgewicht geraten wodurch es deutlich schwieriger ist das Auto zu kontrollieren und das Risiko eines Unfalls deutlich ansteigt. Im Folgenden beschreiben wir woran man erkennen kann, dass die Stoßdämpfer beschädigt oder defekt sind – sollte dies der Fall sein sollte für die dann dringende Reparatur unbedingt eine professionelle Werkstatt aufgesucht werden.

Indikatoren für defekte Stoßdämpfer sind:

  • Eingeschränktes Lenkverhalten, spürbar dadurch dass sich das Lenkrad deutlich schwerer drehen lässt oder ruckelt
  • Sichtbar ölverschmierte Stoßdämpfer

Ölstand

So testest man ob, der Ölstand ausreicht:

  1. Fahre vor einem Ölwechsel mindestens zehn Kilometer mit dem Auto, damit der Motor ausreichend angewärmt ist.
  2. Achte darauf, dass das Auto auf einer ebenen Fläche geparkt ist.
  3. Warte circa zwei Minuten ab, damit sich das Öl in der Ölwanne des Autos sammelt.
  4. Öffne die Motorraum und halte Ausschau nach dem  Ölstab.
  5. Ziehe den Ölmessstab heraus und säubere mit einem Lappen das untere, mit Öl verschmierte Ende des Stabs.
  6. Schiebe den jetzt sauberen Stab zurück in die Ölwanne und ziehe ihn noch einmal vorsichtig heraus.
  7. Lies nun den Ölstand ab. Dazu muss der Ölfilm auf dem Stab zwischen den Markierungen „min“ und „max“ liegen.

Sollte der Ölstand unterhalb der Markierung „min“ liegen, muss dringend Öl nachgefüllt werden, damit der Motor alle mechanischen Teile mit ausreichend Öl versorgen kann. Dies sollte im Idealfall von einer Werkstatt durchführt werden.

Schläuche & Kabel

Schläuche und Kabel im Motorraum dürfen keine Löcher haben und müssen fest montiert sein. Dieser Test ist besonders schwierig für Laien, aber dennoch spricht nichts dagegen den Motorraum einem Sichttest zu unterziehen und die verbauten Schläuche und Kabel auf einen festen Sitz zu prüfen. Natürlich muss für diese Prüfung der Motor ausgeschaltet sein und sollte sich im kalten Zustand befinden. Ansonsten besteht eine erhebliche Verletzungsgefahr.

Kühlflüssigkeit

Die Aufgabe der Kühlflüssigkeit ist, dafür zu sorgen, dass sich der Motor nicht überhitzt. Dies ist speziell vor Fahrten in den warmen Süden wichtig und dann wenn man den Motor extrem belastet wie z.B. bei langen Fahrten oder anstrengenden Bergfahrten.

Achtung: Der Kühlwasserbehälter darf nie bei laufendem oder erhitztem Motor geöffnet werden, da ein erhebliches Verletzungsrisiko besteht.

Ob ausreichend Kühlwasser vorhanden ist, lässt sich relativ leicht erkennen. Der (meist) transparente Behälter im Motorraum ist mit den Markierungen „min“ und „max“ gekennzeichnet. Wenn sich der Kühlwasserfüllstand dazwischen befindet, ist alles in Ordnung – falls nicht, gilt es dringend das Kühlwasser aufzufüllen. Dies kann man selbst nachfüllen – mit normalem Leitungswasser. Ist der Füllstand dagegen deutlich unterhalb von „min“, könnte der Kühlwasserbehälter auch beschädigt sein. In dem Fall sollte besser eine professionelle Werkstatt zu Rate gezogen werden.

Dein lovethiscar.de Team

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